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Jungfrau mit den Tränenschalen

Sonntag, 16. Dezember 2007

Degerloch

Einen besonders schönen Brunnen findet man an einer Gebäuderückseite auf dem Waldfriedhof in Degerloch. Im Jahre 1914 wurde der 30,7 ha große Friedhof eröffnet. Eine der Sehenswürdigkeiten von Beginn an war die von Professor Josef Zeitler geschaffene Brunnenfigur „Die Jungfrau mit den Tränenschalen“.

Die Jungfrau mit den Tränenschalen

Die Figur wurde von Bildhauer Zeitler in Zusammenarbeit mit der WMF Geislingen als Kupfer-Plastik hergestellt. Die Plastik ist inzwischen das einzig verbliebene Beispiel für diese Art von elektrolytischem Herstellungsverfahren.

Die Jungfrau hält in jeder Hand eine wassergefüllte Schale, das Wasser tropft über den Rand der Schalen in ein Wasserbecken. Neben dem Brunnen ist folgende Inschrift angebracht:

„Jeder Tropfen gilt zugleich einem erlöschenden Menschenleben“

Die TränenschaleDas Wasserbecken

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Figur beschädigt und nach Ende des Krieges restauriert. Der Brunnen war bis 1965 in Betrieb, dann waren die Wasserleitungen verkalkt. Von 2000 bis 2002 wurde die Anlage für 8700 Euro restauriert, und am 7. Oktober 2002 in Betrieb genommen. Leider wurde der Brunnen inzwischen wiederum beschädigt.

Die Jungfrau

Der wunderschön oberhalb des Nesenbachtals gelegene Waldfriedhof hatte von Anfang an einen Nachteil: er war mühselig zu erreichen. 1928 wurde deshalb die Omnibuslinie „W“ eingerichtet, deren Kapazität allerdings bei größeren Feierlichkeiten nicht für alle Teilnehmer ausreichte.

In der Folge entstand eine weitere Stuttgarter Sehenswürdigkeit, die unmittelbar mit dem Friedhof verbunden ist: eine Standseilbahn, als Linie 20 Bestandteil der Stuttgarter Straßenbahnen AG. Im Frühjahr 1929 begannen die Bauarbeiten an dieser Strecke, am 30. Oktober 1929 wurde die neue Verkehrsverbindung der Öffentlichkeit übergeben. Die 1928-1929 von der Esslinger Maschinenfabrik gebaute Bahn hatte im Volksmund bald seinen Spitznamen weg:
„der Erbschleicher-Express“.

Heute ist diese denkmalgeschützte Bahn eine von zwölfen in ganz Deutschland.

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