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Postplatzbrunnen

Sonntag, 29. April 2012

Stuttgart-Mitte, Neue Vorstadt

In einem vieleckigen gusseisernen Brunnentrog ragt eine pyramidenartige Granitsäule empor. Auf dem Granitsockel tummeln sich vier allegorischen Fischfiguren. Die Säule trägt das Stadtwappen, die Inschrift „MDCCCXX“ und ein Medallion mit dem Portrait von Friedrich I. Am Fuße der Säule ragen lange Wasserspeier aus den Fischmäulern, gestützt von verzierten Eisengirlanden. Aufgrund der Inschrift des Brunnens wird als Entstehungsjahr 1820 angenommen, auf jeden Fall war sein Standort der damalige Alte Postplatz. Inzwischen wird er immer öfter als Rotebühlbrunnen bezeichnet.

Wegen der formalen Ähnlichkeit mit dem Akademiebrunnen und dem Marktplatzbrunnen wird der Postplatzbrunnen Nikolaus Friedrich von Thouret zugeordnet. Allerdings ist der Postplatzbrunnen nicht so streng und mächtig wie die beiden erstgenannten, zeigt jedoch eine ähnlich langweilige Akkuratesse. Im Württembergischen Landesmuseum liegt eine Zeichnung von Thouret für ein Friedrich-Eugen-Denkmal, welches hohe Ähnlichkeit mit dem Postplatzbrunnen aufweist.

Der Postplatzbrunnen ist rundum von Gastronomie umgeben. Auf deren Sitzplätzen kann man den Brunnen genießen, beschattet von alten Bäumen.

Marktbrunnen

Samstag, 12. Juni 2010

Stuttgart-Mitte, Rathaus

Marktbrunnen 1Die Angaben zur Entstehung des Brunnens sind widersprüchlich. Sicher ist nur, dass zumindest die sechzehn Eisenplatten an der Außenseite des Bassins im Jahre 1714 in Königsbronn gegossen wurden. Wahrscheinlich ist das 87000 Liter fassende Bassin älter, die Platten wurden später angebracht. Die Eisenplatten zeigen Szenen aus der Zeit um 1914: Das herzogliche Wappen, die herzoglichen Initialen, Fahnen, Waffen und Herzoghut (Herzog Eberhard Ludwig). Ferner sind Kriegsgerät wie Kanonen, Pulverfässer und Mörser sowie Jagdszenen zu erkennen.

Marktbrunnen 2Der Brunnen wurde durch eine lustige, wenngleich erfundene Geschichte um ein Mädchen, ihren Rock und einen Ratsherren berühmt. Die Geschichte wurde auf einem Stahlstich verewigt:

Ein Mägdelein zu Stuttgart
Einst Wasser
holen tat.
Verlor dabei ihr Röcklein.
Und dieses sah Herr Rat.
Der hatte sich zu Tod gelacht.
O Mensch, wer hätte dies gedacht!

Der Brunnen ist jedenfalls aus einem herzoglichen Lust- und Springbrunnen hervorgegangen, der im alten Schlossgarten, dem heutigen Schillerplatz, stand. 1761 schenkte Herzog Karl Eugen der Stadt die 16 Eisenplatten, fünf Jahre später auch das Bassin. Erst im Jahre 1804 ließ die Stadt den Brunnen auf der linken Seite des Rathauses aufstellen.

Marktbrunnen 4Bis_dahin gab es drei Marktbrunnen auf dem Marktplatz, die mit der Errichtung des neuen Brunnens abgeschafft wurden. Der älteste Brunnen ist seit dem Jahr 1350 bekannt und war der eigentliche Hauptmarktbrunnen. Er wurde 1451 von Ulrich dem Vielgeliebten aus Stein neu aufgebaut und stand rechts des alten Rathauses, der Hirschstraße zu. Ihn zierte ein Christopherus-Figur, die nach einem Zwischenaufenthalt im städtischen Lapidarium nun in einem der Bürgermeisterzimmer des Rathauses untergebracht ist. Rechts vom Christopherusbrunnen stand ein kleiner Pumpbrunnen, der seit 1447 bekannt ist. Am Eingang Eichstraße stand der dritte Brunnen, es war der seit 1488 bekannte Eichbrunnen.

Marktbrunnen 5Nikolaus von Thouret verbesserte 1804 die Technik des nunmehr südlich des Rathauses aufgestellten Brunnens, um mehr Wasser zur Verfügung zu haben. Gleichzeitig schuf er in der Mitte des Bassins einen gußeisernen Brunnenstock, dessen Säule mit Stute und Füllen als Wappen, von einer Vase gekrönt wird. 1900 wurde das alte Rathaus abgerissen und 1901 wurde ein neues Rathaus gebaut, der Mineralwasserbrunnen wurde auf den Wilhelmsplatz verlagert. Dort floss aus sieben seiner Röhren Nutzwasser, eine spendete Trinkwasser.

Bei der Neugestaltung des Marktplatzes wurde der Brunnen wieder dort aufgestellt. Er liegt nun etwas tiefer als der restliche Platz und ist mit Bäumen und Bänken umgeben. Aus den acht Röhren fließt Trinkwasser in das große Becken. Am jährlichen Weinfest nimmt er mit Plastiktrauben geschmückt teil.

Marktbrunnen_Weinfest 1

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Trauerbegleitung