Schicksalsbrunnen

Schicksalsbrunnen

Stuttgart-Mitte / Oberer Schlossgarten

Schicksalsbrunnen gesamt

Vor dem Staatstheater wartet ein besonderer Augenschmaus auf den Theater- oder Opernfreund, und natürlich auf jeden Spaziergänger, der sich hier in den weitläufigen Oberen Anlagen erholt. Es ist der Schicksalsbrunnen, entstanden 1914 und zunächst an der Rückseite des Großen Hauses vor dem Künstlereingang platziert. Der Brunnen wurde gestiftet von Georg Arnhold, Königlich Württembergischer Konsul in Dresden, sowie vom Schuhfabrikanten Moritz Marx. Im Jahre 1963 wurde die gesamte Anlage in die Grünanlage vor dem Württembergischen Staatstheater versetzt. Karl Donndorf schuf zusammen mit dem Bildhauer R.W. Schönfeld diesen Brunnen, der mit seinen gelungenen figürlichen Darstellungen und der äußerst ansprechenden Gesamtgestaltung immer noch eines der Glanzlichter Stuttgarter Brunnenarchitektur ist. Der Schöpfer der Anlage stellt mit den Figuren einen allegorischen Bezug zwischen dem abwechslungsreichen Geschehen im Theater und der Bühne des wirklichen Lebens her. Die Inschrift des Brunnens lautet:

„Aus des Schicksals dunkler Quelle
Rinnt das wechselvolle Los
Heute stehts du fest und groß
Morgen wankst du auf der Welle“

Schicksalsbrunnen LeidSchicksalsbrunnen Freude

Das marmorne Jugendstilensemble zeigt links ein Liebespaar, welches das Leid versinnbildlicht, das Liebespaar zur Rechten stellt die Freude dar. In der Mitte thront die Schicksalsgöttin, die Arme ausgebreitet auf der Mauer liegend. Ungerührt vom Weltenlauf erfüllt sie ihren Auftrag und hält in ihren geschlossenen Händen für uns unsichtbar verborgen das Schicksal der Menschen. Zwei Sprudler im Vordergrund und zwei Wasserstrahlen aus dem Thron der Göttin lösen die schwer wiegende Darstellung des unabänderlichen Schicksals in angemessener Weise auf, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.

Anlass für die Stiftung des Brunnens war die Ermordung der beliebten Schweizer Sängerin Anna Sutter. Die Königliche Kammersängerin war mit dem Stuttgarter Hofkapellmeister Dr. Aloys Obrist liiert. Obrist wurde Hofrat in Weimar. Nach zwei Jahren trennte Anna Sutter sich 1909 von ihm. Am 29. Juni 1910 besuchte Obrist die Sängerin in ihrer Wohnung in der Schubartstraße 8 und erschoss zuerst sie und dann sich selbst. Am Grab von Anna Sutter auf dem Pragfriedhof steht eine ebenfalls von Donndorf geschaffene Figur.

Schicksalsbrunnen Nacht

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Krisenbegleitung

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